~SVV~

SVV steht für Selbst Verletzendes Verhalten und tritt in verschiedenen Formen auf. Am häufigsten tritt es als Schnitte auf, die sich die Betroffenen mit Rasierklingen, Messern, Scheren, Scherben, etc. zufügen.
Andere Formen sind sich schlagen, beißen, verbrennen/verbrühen und sich kratzen.
Wiederum andere Formen, die, auch wenn andere sie merken, nicht gleich mit SVV in Verbindung gebracht werden, sind exzessiver Sport, ungesunde Ernährung (Essstörungen) und zu wenig Schlaf.
Es gibt mittlerweile sehr sehr viele Menschen, die sich selbst verletzen. Schätzungen zu Folge sind es in Deutschland etwa 800 000 Mädchen, mit Sicherheit sind es aber noch mehr. Jungen machen es dagegen viel weniger, das Verhältnis wird auf 5:1 geschätzt.


Am häufigsten tun es Menschen,

- die Probleme mit sich selbst haben(Stimmungsschwankungen, innere Leere, Depressionen, Selbsthass...),
- Probleme durch andere haben (Mobbing,...),
- die vergewaltigt wurden bzw. regelmäßig werden,
- die Persönlichkeitsstörungen haben oder
- die ein “schlechtes“ Elternhaus haben (geschlagen, unter Druck gesetzt, Suchtprobleme in der Familie, Scheidung,...).


Betroffene sind meistens Menschen, die:

- sich selbst nicht leiden können oder verneinen,
- sehr empfindlich auf Ablehnung reagieren,
- chronisch ärgerlich sind, normalerweise auf sich selbst,
- dazu neigen, ihre Angst zu unterdrücken,
- einen hohen Grad aggressiver Gefühle besitzen, was sie sehr stark missbilligen und dann häufig unterdrücken, oder nach innen lenken,
- impulsiver sind und es an Impulskontrolle mangelt,
- dazu neigen nach ihrer momentanen Stimmungslage zu handeln,
- dazu neigen, in den Tag hinein zu leben und nicht weiterzuplanen,
- depressiv und selbstmordgefährdet/selbstzerstörerisch sind,
- unter chronischen Angstzuständen leiden,
- leicht reizbar sind,
- sich selbst als nicht fähig erachten, mit Situationen und Emotionen umzugehen,
- keine vielfältigen Möglichkeiten der Verarbeitung und Bewältigung besitzen,
- glauben, daß sie nicht die Fähigkeit besitzen, ihr Leben zu meistern,
- dazu neigen, "den Kopf in den Sand zu stecken", vermeiden Probleme,
- kein Selbstvertrauen besitzen,
- sich als machtlos empfinden,
- sich überall, wo sie sind, allein fühlen oder/und
- sich emotional niemandem anvertrauen, sich auf niemanden verlassen können.


Gründe dafür sind:

- Flucht vor Leere, Depressionen, ...
- Spannung abzubauen
- Erleichterung: wenn sich intensive Gefühle, wie Verzweiflung, etc. aufbauen, sind SV (SelbstVerletzer) unfähig sie zu verarbeiten. Indem sie sich Schmerzen zufügen, reduzieren sie die Stärke dieser Gefühle auf ein erträgliches Maß.
- Verdrängung: Schmerz nimmt den seelischen Schmerz.
- Flucht vor Betäubtseinsgefühlen: Sich verletzen, um nur irgendetwas zu fühlen, zu fühlen, dass sie noch leben.
- Um ein Gefühl der Euphorie zu erlangen
- Erleichterung von Wut: Manche SV haben eine enorme Menge Wut in sich. Aus Angst, sie nach außen zu richten, verletzen sie sich selber, um diesen Gefühlen freien Lauf lassen zu können.
- Selbstbestrafung


SVV ist eine Sucht! Wenn man einmal damit angefangen hat, kommt man nicht mehr so leicht davon weg.
Es macht wirklich süchtig. Moment,... der einfachste Weg es zu erklären ist der chemische, da der psychische bei jedem anders aussieht, da es auf den Menschen und auf die Ursachen ankommt, wie man süchtig danach ist.
Bei einer Verletzung schüttet das Gehirn Endorphine (auch Glückshormone) aus. Das sind körpereigene, schmerzhemmende Stoffe, die eine beruhigende, angstlösende Wirkung haben und eine wohlig-glückliche Stimmung, bis hin zur Ekstase verbreiten. Andere Wirkungen sind, dass sie schlafanregend sind und die Wahrnehmung steigern. Man könnte sie auch als körpereigene Droge bezeichnen. Zumindest sind sie genauso suchterzeugend wie körperfremde Opiate (Heroin, Morphium, ...) und haben eine vergleichbare Wirkungsweise. Diese positiven Gefühle setzen natürlich auch ein, wenn man verzweifelt ist und sich selbst Verletzungen zufügt. Man wird also chemisch gesehen von körpereigenen Endorphinen abhängig.

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